Das ist Perversion, Perversion in süßesten Tönen.

Sie sind wirklich süß. Süß wie Kandisbrocken. Sie tun mir an den Zähnen weh.

Ich schau mir das Bild an, und ich seh die Arme ... herrlich, makellos. Makellos.

Ich hab mir Martyrs angeschaut, und ich hab geschaudert, als ... die Arme ... über die Ellenbogenbeuge. Ein Schnitt. Über die Ellenbogenbeuge.

Es ist ja nicht so, dass meine Aversion gegen scharfe und spitze Gegenstände plötzlich kam. Nein, sie war schon vorher da, ich bin mir relativ sicher. Ich habe mich nur viel zu gerne selbst damit gequält.

Viel zu gerne die heißen Pudentiaohren gekriegt, das Ziehen im Bauch gespürt.

Es ist ein ekelhaftes Gefühl, aber es beweist einem, dass man am Leben ist. Süß wie Kandisbrocken.

Nicht so wie der dicke Kopf der letzten Tage, der einem vorgaukelt, man habe Fieber.

Ich fühle mich in der Tat leicht fiebrig. Im Kopf. Hinter der Stirn.

Ich liebe das Gefühl der Sehnsucht. Es ist, als habe man ein Loch im Herzen, als habe man gar kein Herz, als habe man ein Loch in der Brust. Und in dieses Loch scheint die Sonne rein.

Sehnsucht ist wie Sex. Man verlangt nach mehr, mehr, mehr, Himmel und Hölle zugleich, ein unstillbarer Durst.

Das Leiden der in Wohlstand Geborenen. Es ist nicht einfacher.

"Das was Du Dir erkämpfen musstest, bekamen wir aus Deiner Hand, aber den Kampf um das äussere Leben, der Dir sofort zugänglich war und der natürlich auch uns nicht erspart bleibt, den müssen wir uns erst spät, mit Kinderkraft im Mannesalter erkämpfen. Ich sage nicht, dass unsere Lage deshalb unbedingt ungünstiger ist als es Deine war, sie ist jener vielmehr wahrscheinlich gleichwertig (wobei allerdings die Grundanlagen nicht verglichen sind) nur darin sind wir im Nachteil, dass wir mit unserer Not uns nicht rühmen und niemanden mit ihr demütigen können, wie Du es mit Deiner Not getan hast [...]"
(Kafka)
12.10.11 03:14


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Ich hoffe, der Eiter tut sein Werk von innen!

Eiter, Eiter, Eiter!

Blut ist rein, aber Eiter stinkt.

Hallo Eiter.

Wie geht es dir?

Danke der Nachfrage. Mir geht es gut. Und dir?

Ach, ich kann nicht klagen. Aber das heißt ja nicht, dass es mir gut gehen muss.

Soll ich mal wieder auf deinem Fingernagel kleben?

Nein, danke, Eiter. Meine Fingernägel sind im Moment irgendwie nicht so.

Hast du sie etwa wieder abgekaut?

Lass mich! Das sind meine Finger! Übrigens sind es auch meine verfickten Oberschenkel.

Sorry, aber die Oberschenkel waren sowieso nie mein Gebiet. Die Oberschenkel gehören doch dem Blut. Und das ist rein.

Weißt du, welches Gebiet noch dem Blut gehört?

Nein, welches denn?

Eiter, stell dich nicht dumm!

Na gut. Ja, ich ahne es.

Gut. Sprich es nicht aus.

Werde ich nicht.

Das Blut mag nicht rein sein, sondern es stinkt genauso wie du. Aber es ist Blut. Und Blut ist meine ureigenste Sache.

Nicht mehr. Jetzt bin auch ich, der Eiter, deine Sache.

Ich habe dich gepachtet, nicht gekauft. Denk dran.

Du bist Phlegmatiker.

Ich bin ich. Ich bin frei. Ich bin nach wie vor frei zu bluten.

30.10.11 22:55


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bjo + chaste